Heizung und erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien halten immer mehr Einzug in die Wärmeversorgung unserer Gebäude und Wohnhäuser.

Fast jeder Bauherr und Hausbesitzer denkt darüber nach, wie er die Kosten für die Primärenergieträger Gas und Öl senken und sich von der sich ständig drehende Preisspirale weitestgehend abkoppeln kann. Aber nicht nur die steigenden Kosten der fossilen Brennstoffe machen uns zu schaffen, sie sind auch einer der Hauptverursacher für den fortschreitenden Klimawandel. Gerade in der Verbrennung von Öl und Gas in unseren Heizkessel findet sich ein hoher Anteil des Kohlendioxid Ausstoßes der unser Wetter erheblich beeinflusst, ganz abgesehen von den Schadstoffen und Emissionen die sonst noch bei der Verbrennung entstehen.

Eine Alternative bieten hier sicherlich erneuerbare Energien. Neubauten die nach den gültigen Vorschriften wie EnEV 2007 und EEWärmeG errichtet wurden haben beste Vorraussetzungen für die Erzeugung der Raumwärme über regenerative Energien. Der Gebäudewärmebedarf dieser neuen Häuser liegt so niedrig, dass hier ohne weiteres moderne Heiztechnik mit Solaranlage und optional mit einer Wärmepumpe kombiniert werden kann. Weitere Umbaumaßnahmen an der Heizungstechnik sind hier selten erforderlich.

Anders sieht der Einsatz von erneuerbaren Energien im Gebäudebestand aus. Vor allem Gebäude die vor 1983 gebaut wurden, sind vielfach nicht entsprechen den Wärmeschutzverordnungen energieoptimiert und verfügen auch nur selten über entsprechende Heizflächen, die den Einsatz vor allem von Solaranlagen und Wärmepumpen überhaupt energieeffizient möglich machen.

Der Denkansatz, "ich setze mir eine Solaranlage aufs Dach und spare 30% Kosten bei der Primärenergie" ist völlig falsch. Solaranlagen benötigen für einen energieoptimierten Betrieb das passende Umfeld in der kompletten Heizungstechnik des Gebä�udes. Zudem steht die Sonnenenergie in unseren Breitengraden auch nur in begrenzter Menge zur Verfügung. Von daher muss erstmal der Gebäudewärmebedarf reduziert werden, damit über die Solaranlage ein entsprechender Anteil gedeckt werden kann. Hierzu sind entsprechende Dämmungen an den Außenflächen sowie der Dachgeschoss und Kellerdecken erforderlich. In jedem Fall sollten auch die Fenster passender Wärmeschutzverglasung versehen werden. Eine weitere Problematik besteht in den Auslegungstemperaturen der Heizungsanlage. Ältere Anlagen sind oft mit Vorlauftemperaturen von 70 C oder mehr ausgelegt. Diese Temperaturen kann eine Solaranlage höchsten in den Sommermonaten liefern, dann benötigen wir aber keine Heizenergie. Von daher müssen beim Einsatz von Solaranlagen Flächenheizungen wie die Fußbodenheizung vorhanden sein, die mit geringen Vorlauftemperaturen arbeiten, ansonsten ist der Wärmeertrag einer Solaranlage nur sehr gering.

Wer nicht gleich das gesamte Gebäude umbauen möchte und trotzdem nicht auf den Einsatz von erneuerbaren Energien verzichten will, der setzt einen Festbrennstoffkessel für Scheitholz oder eine Pelletheizung ein. Die Pelletheizung hat den Vorteil, dass sie auch höhere Temperaturen liefern kann und so auch ältere Heizflächen mit der notwendigen Wärmeenergie ohne Probleme versorgt. Über einen Pufferspeicher kann bei einer späteren Gebäudesanierung immer noch eine Solaranlage und selbst eine Wärmepumpe in die Heizungstechnik integriert werden